Fürstlich Fürstenbergische Brauerei GmbH & Co. KG

gemäß

EMAS-Verordnung (EU) 1221/2009
geändert durch Verordnung (EU) 2017/1505
sowie durch Verordnung (EU) 2018/2026

Diese Umwelterklärung dient im Rahmen unseres Umweltmanagementsystems nach EMAS III der internen sowie der externen Kommunikation,
der Darstellung von Umweltleistungen und des Erfüllungsgrades der im Vorjahr gesteckten Ziele sowie der Festlegung und Beschreibung neuer Ziele.

Neben den Mitarbeitern der Brauerei wird die Umwelterklärung auch Kunden und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die im Bericht dargestellten Zahlen und Informationen beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2018 und stellt die Entwicklungen der letzten drei Jahre dar.

Sie umfasst die Daten der Fürstlich Fürstenbergischen Brauerei in Donaueschingen.

Stand: 07. November 2019

KURZPORTRAIT

Die Geschichte des Hauses Fürstenberg und der Fürstlich Fürstenbergischen Brauerei sind untrennbar miteinander verbunden. Für die Fürstlich Fürstenbergische Brauerei lässt sich die Tradition bis auf den 18. Januar 1283 zurückverfolgen. An diesem Tag belehnte König Rudolf von Habsburg den Grafen Heinrich I. von Fürstenberg mit der Landgrafschaft Baar. Bestandteil der mit der Belehnung verbundenen Banngerechtigkeit ist das Privileg des Braurechts. Fürst Anton Egon zu Fürstenberg legte im Jahr 1705 den Grundstein für die Brauerei am heutigen Standort. Um 1890 braut der Fürstliche Braumeister Josef Munz das erste Bier Pilsener Brauart in Deutschland. Somit konnte die Fürstenberg Brauerei als eine der ersten Brauereien in Deutschland ihr Bier Anfang des 19. Jahrhunderts auch über die Eisenbahnverbindung exportieren. Seit 2009 steht die Fürstenberg Brauerei unter der Leitung des Geschäftsführers Georg Schwende und gehört der im Juli 2017 neu gegründeten Paulaner Brauerei Gruppe GmbH & Co.KGaA an.

Die Fürstenberg Brauerei braut und füllt derzeit über 16 verschiedene Bierprodukte ab. Das Produktportfolio erstreckt sich dabei vom klassischen „Fürstenberg Premium Pilsener“ über „Fürstenberg Weizen hell“ bis hin zu den Biermischgetränken wie das „Fürstenberg Zitrus frei 0,0%“. Heute ist Fürstenberg Pilsener Baden-Württembergs Premiummarke mit nationalem Anspruch und internationaler Distribution.

Die Brauerei liegt am Rande des Schwarzwaldes, inmitten der Stadt Donaueschingen mit Nähe zu Wohnungen, unweit des fürstlichen Schlosses und nur wenige Meter von der Donauquelle entfernt. Die Brauerei befindet sich in einem Wasserschutzgebiet in der Zone IIIa. Die Klärgrube liegt zudem noch in einem Hochwassergebiet HQEXTREM. Das Extremhochwasser simuliert den angenommenen schlimmsten Fall, bei dem ein sehr seltenes Hochwasser mit anderen Notfallsituationen kombiniert auftritt, wie zum Beispiel Brückenverklausungen und Ausfall von Hochwasserschutzanlagen. Wir sind uns der daraus abgeleiteten Verantwortung bewusst und haben für den Notfall entsprechende Vorkehrungen getroffen.

Beschreibung des Standortes

Adresse:
Postplatz 1-4, 78166 Donaueschingen

Mitarbeiteranzahl:
137

Fläche:
28.427 m²

Umweltrelevante Anlagen:
- Sudhaus
- Kesselanlagen
- Kälteanlagen (Ammoniak)
- CIP-Anlagen
- BHKWs
- Flüssiggasanlage

Tätigkeiten am Standort:
- Lagerung von Voll- und Leergut
- Herstellung von Bier und Biermischgetränken

Der Betrieb ist genehmigungspflichtig nach Ziffer 7.27.2 des Anhangs 1 der 4. BImSchV-Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen.

Umweltpolitik

Mit Leidenschaft und Stolz begeistern wir Menschen für unsere Braukunst und unsere Bierkultur – daheim und in der ganzen Welt.

Uns ist bewusst, dass wir als Brauerei von einer unbelasteten, natürlichen Umwelt im besonderen Maße abhängig sind, da nur eine intakte Umwelt die einwandfreie Qualität der Rohstoffe sicherstellen kann.

Deshalb sind wir bestrebt, bei der Herstellung und dem Vertrieb unserer Produkte so umwelt- und ressourcenschonend wie möglich zur arbeiten und unseren Teil zum Erhalt einer hohen Lebensqualität beizutragen. Über die Einhaltung der einschlägigen Umweltrechtsvorschriften hinaus verpflichtet sich FFB umwelt- und energiefreundliche Technologien, soweit wirtschaftlich vertretbar, einzusetzen. Mit unserer Umweltpolitik möchten wir unsere umweltbezogenen Handlungsgrundsätze zusammenfassen und unsere Zielrichtung aufzeigen, die wir zur kontinuierlichen Verbesserung des Umweltschutzes eingeschlagen haben.

Hauptbestandteile unserer Umweltpolitik sind im Besonderen:

  • Wir gehen schonend mit Ressourcen (Rohstoffe, Wasser, Energie) um.
  • Wir investieren in umweltfreundliche Techniken und Gebinde und arbeiten an Innovationen zur Verbesserung unseres ökologischen Footprints.
  • Wir nutzen die Möglichkeiten zur Reduzierung von Emissionen.
  • Wir fühlen uns verpflichtet Wasser, Luft und Boden zu schützen und treffen dafür geeignete Maßnahmen.
  • Auch bei der Auswahl und Beauftragung unserer Lieferanten und deren Produkte legen wir unsere Anforderungen zum Schutz der Umwelt zu Grunde.
  • Wir informieren Öffentlichkeit und Behörden über umweltrelevante Maßnahmen und suchen den Dialog.
  • Wir schärfen Umweltbewusstseinsbildung bei Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten.
  • Wir treffen Sicherungsmaßnahmen gegen Störfälle mit Umweltauswirkungen.

Daher fordern wir alle unsere Mitarbeiter auf, verantwortungsvoll, bewusst und schonend mit Rohstoffen, Energie und Arbeitsmaterialien umzugehen.

Umweltmanagement

Seit 1994 wurde bei Fürstenberg ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 und jahrelang auch ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 betrieben. Im Zuge der Gruppenvalidierung der Paulaner Brauerei Gruppe wurden 2019 ein Umweltmanagementsystem (UMS) entsprechend der DIN EN ISO 14001:2015 und der EMAS-Verordnung (EU) 2009/1221, geändert durch Verordnung (EU) 2017/1505 sowie Verordnung (EU) 2018/2026 aufgebaut. Die neuen Anforderungen aus letzterer Verordnung wurden bei der Erstellung dieser Umwelterklärung beachtet.

Die Anforderungen des UMS gelten ohne Ausnahmen für alle Mitarbeiter der Brauerei.

Das Umweltmanagementsystem wurde installiert, um

  • einen hohen Grad der Kundenzufriedenheit
  • Förderung der Mitarbeiter und des Bewusstseins ihrer Auswirkungen auf die Umwelt
  • Berücksichtigung von Umweltthemen zum sparsamen Umgang mit Energie und Rohstoffen,

zu gewährleisten.

Die dafür benötigten Prozesse sind im Umweltmanagement-Handbuch beschrieben und werden laufend überwachtet, bewertet und kontinuierlich verbessert.

Vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Fehlern werden festgelegt, durchgeführt und verbessert (Verbesserung).

Organisatorische Schnittstellen zwischen einzelnen Arbeitsabläufen sind berücksichtigt und durch genaue Vorgaben verbunden.

Durch gesetzlich geforderte, jährliche Schulungen werden die Mitarbeiter in Themen wie Hygiene, Umweltschutz, Arbeitssicherheit, Brandschutz sowie der Umgang mit Gefahrstoff unterwiesen.

Außerdem erhalten die Mitarbeiter in verständlicher Form, Informationen zur Umweltpolitik, sowie die daraus resultierenden spezifischen Ziele.

In der jährlichen Umwelterklärung werden die Zielerreichung sowie die neuen Umweltziele dokumentiert und kommuniziert.

Die Organisation des Umweltschutzes besteht aus einem Umweltmanagementbeauftragten und den gesetzlich vorgeschriebenen Betriebsbeauftragten. Es werden interne Audits und Begehungen durchgeführt. Einmal jährlich wird ein Management Review erstellt.

Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen

Das EMAS-System und die geltenden Umweltgesetzte bilden die externen Anforderungen für die Brauerei und ihr Umweltmanagementsystem. Die gesetzlichen Bestimmungen, welche maßgeblich und verpflichtend sind, werden ermittelt. Diese werden im Rechtskataster, welches fortwährend überprüft und aktualisiert wird, dokumentiert. Somit werden Änderungen innerhalb der Umweltgesetze identifiziert und die neuen Anforderungen umgesetzt. Ferner werden sämtliche regelmäßige Verpflichtungen in einer Datenbank dokumentiert und zeitnah bearbeitet.

Maßgebliche Umweltrechtsbereiche sind in folgender Tabelle aufgeführt:

 

Maßgebliche Umweltrechtsbereiche

Immissionsschutzrecht
Abfallrecht (KrWG, GewAbfV)
Wasserhaushaltsgesetz
Gefahrstoffrecht

 

Durch die Nähe zu den Wohnungen gelten die in der TA Lärm verankerten Grenzwerte von 65 dB(A) tagsüber und 45 dB(A) nachts, die Einhaltung dieser Grenzwerte wird durch interne Messungen überprüft. Bis dato gab es keine latenten Abweichungen.

Die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen wird jährlich im Rahmen der internen Audits und Compliance Audits geprüft. Dabei wurde festgestellt, dass die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden.

Umweltaspekte

Unsere Aktivitäten wirken sich auf die Umwelt aus. Übereinstimmend mit unserer Umweltpolitik bemühen wir uns, diese Auswirkungen zu verringern, indem wir unser Umweltmanagementsystem betreiben und kontinuierlich verbessern. Alle wichtigen Umweltaspekte wurden erfasst und werden jährlich neu bewertet und gegebenenfalls aktualisiert. Diese Bewertung dient als Grundlage für die Entwicklung neuer umweltbezogener Ziele und Maßnahmen mit Blick auf die künftige Optimierung. Die umweltbezogenen Aspekte werden in direkte und indirekte Umweltaspekte unterteilt.

 

Umweltaspekte Fürstenberg

Direkte Umweltaspekte

Für die Herstellung von Bier darf nach dem deutschen Reinheitsgebot nur vier Rohstoffe verwendet werden: Brauwasser, Gersten- oder Weizenmalz, Hopfen und Hefe. Somit handelt es sich hierbei um ein umweltschonendes Lebensmittelherstellungsverfahren.

Wir versuchen sämtliche Rohstoffe nach Möglichkeit aus der Region zu beziehen, um lange Fahrtstrecken mit dem LKW zu vermeiden, um dadurch gleichzeitig auch die CO2- Emissionen zu verringern.

Folgende Grafik stellt die direkten Umweltaspekte und deren Wertigkeit der Brauerei dar.

In 2018 sahen wir den Verbrauch an Malz, Getreide, Hopfen, etc., den Stromverbrauch der Anlagen, den Wärmeverbrauch und die gefährlichen Abfälle als Umweltaspekte, bei denen wir die größten Einflussmöglichkeiten haben, an.

2018 wurden vielfältige Maßnahmen, siehe Maßnahmenliste, umgesetzt, um unsere Umweltauswirkungen, die wir durch die Umweltaspekte identifiziert haben, zu verringern: So konnten wir beispielsweise unseren spezifischen Strom- und Wärmeverbrauch senken.


Indirekte Umweltaspekte

Folgende Grafik stellt die indirekten Umweltaspekte und deren Wertigkeit der Brauerei dar.

2018 wurde die Produktion/Herstellung als der indirekte Umweltaspekt mit der höchsten Wertigkeit bewertet.

Datenentwicklung

Die Verbrauchsdaten und die sich daraus ergebenden Kennzahlen sind ein wichtiges Instrument zur Bewertung der gegenwärtigen Umweltleistung, Planung und Überwachung umweltbezogener Aktivitäten sowie zur regelmäßigen Überprüfung des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Sie werden im Folgenden für die Jahre 2016, 2017 und 2018 dargestellt. Zur Berechnung der Emissionen haben wir GEMIS-Emissionsfaktoren (Version 4.95, Stand 2017) verwendet. Dadurch stellen wir eine einheitliche, über die Jahre vergleichbare Datengrundlage, auch zwischen den Brauereien, sicher.

Die verwendeten Emissionsfaktoren sind in folgender Tabelle aufgeführt:

In den nachfolgenden Kapiteln sind die Entwicklungen der wichtigsten Umweltaspekte nochmals im Detail beschrieben.

Verbrauchsdaten Donaueschingen

INPUT

 

OUTPUT

Kernindikatoren gemäß EMAS III

Gemäß EMAS III werden im Folgenden die dort genannten Kernindikatoren für die Umweltaspekte dargestellt:

Kernindikatoren

Im Bereich Abfall konnten wir die sowohl die gefährlichen Abfälle reduzieren, als auch die Anzahl an nicht gefährlichen Abfälle in Bezug auf kg/hl. Der Gesamtenergieverbrauch konnte im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um fast 4 kWh/ hl gesenkt werden. Durch den hohen Absatz wurde im Jahr 2017 von 2-Schicht auf 3-Schichtbetrieb umgestellt. Dadurch, dass nun auch nachts abgefüllt und gearbeitet wird, stieg der spezifische Stromverbrauch. Hinzu kommt noch der Anstieg an Biermischgetränken und somit der vermehrte Einsatz vom Tunnelverbrauch, was den Stromverbrauch weiter steigen lässt.

Strom

Stromverbrauch

Ein Teil der elektrischen Energie wurde aus dem Mittelspannungsnetz bezogen. Gemäß der Stromkennzeichnungspflicht § 42 Energiewirtschaftsgesetz liegt der Anteil der Energieträger an dem durch die Energieversorger an die Brauerei gelieferten Strom wie folgt:

 

Die angegebenen Werte stammen vom Energieversorger. Die angegebene CO2-Belastung stellt den tatsächlichen CO2-Ausstoß pro kWh unseres bezogenen Stroms dar. Wie bereits angegeben verwenden wir zur Berechnung unserer Emissionen aber die GEMIS-Emissionsfaktoren um eine konsistente Vergleichsbasis zwischen den Jahren und allen Brauereien zu gewährleisten.

Ein großer Teil der verbrauchten elektrischen Energie wurde in einem eigenen Blockheizkraftwerk erzeugt. Die Brauerei besitzt drei BHKWs wovon immer nur eins im Betrieb ist. Zur Spitzenlastabdeckung können die anderen zugeschaltet werden, es laufen aber nie mehr als zwei BHKWs.  Diese Blockheizkraftwerke produzieren in einem Kopplungsprozess unter Einsatz des Brennstoffs Erdgas gleichzeitig Strom und Wärme. Dadurch kann gegenüber der getrennten Strom- und Wärmeerzeugung Primärenergie eingespart werden. So können fossile Ressourcen geschont und der CO2-Ausstoß gesenkt werden.

So konnte der Gesamtstrombedarf im Jahr 2016 zu 1,7% und im Jahr 2017 zu 3,2% durch den eigens produzierten Strom gedeckt werden. Im Jahr 2018 stieg der Eigenstromanteil weiter auf 7,6%.

Im Jahr 2018 lag der Gesamtstromverbrauch bei 2.613 MWh (2017: 2.308 MWh, 2016: 2.028 MWh). Der spezifische Stromverbrauch pro Hektoliter betrug 0,43 kWh/hl (2017: 0,17 kWh/hl, 2016: 0,08 kWh/hl).


Wärmeverbrauch

Die Wärme für die Versorgung der Brauerei wurde in dem zentralen Kesselhaus aus dem Brennstoff Erdgas erzeugt sowie über ein Blockheizkraftwerk, welches mit Erdgas betrieben werden.

Im Jahr 2018 lag der Gesamtwärmeverbrauch bei 12.171 MWh (2017: 11.826 MWh, 2016: 12.118 MWh). Daraus resultiert ein spezifischer Wärmeverbrauch in 2018 von 95,2 MJ/hl. Im Jahr 2017 lag dieser Wert bei 98,0 MJ/hl) und im Jahr 2016 bei 101,5 MJ/hl. Der spezifische Wärmeverbrauch sinkt seit 2016 kontinuierlich. Im letzten Jahr konnte eine Reduktion um 2,9% erzielt werden.


Materialeffizienz

Der Verbrauch an 50%iger Natronlauge hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 0,6 kg/hl auf 0,81 kg/hl leicht erhöht. Die Ursache dafür liegt darin, dass wir im letzten Jahr unsere Reinigungszyklen umgestellt haben.


Wasser

Wasserverbrauch

Uns ist bewusst, dass Wasser immer knapper wird. Daher versuchen wir kontinuierlich Wasser einzusparen.

Im Jahr 2018 wurden 235.114 m³ Wasser verbraucht (2017: 218.944 m³, 2016: 202.180 m³). In Bezug auf die hergestellte Menge an Bier und alkoholfreien Getränken (460.265 hl) entspricht dies einem spezifischen Wasserverbrauch von 5,14 hl/hl. Im Jahr 2017 betrug dieses Verhältnis 5,04 hl/hl und im Jahr 2016 4,70 hl/hl. Der spezifische Wasserverbrauch stieg im Vergleich zum letzten Jahr um 1,99%. Aufgrund des hohen Absatzes der Biermischgetränke, welche über den Tunnel Pasteur gefahren werden, stieg der Wasserverbrauch an.


Emissionen aus Brennstoffen

Bei der Berechnung der CO2-Emissionen wurde der CO2-Emissionsfaktor des bundesdeutschen Strommix verwendet. Dies ermöglicht eine bessere Vergleichbarkeit der Werte.

Die Summe der direkten und indirekten Kohlendioxidemissionen für die Energiebereitstellung konnte im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr von 6.765.957 kg auf 6.735.527 kg reduziert werden. Der spezifische CO2-Ausstoß pro hl konnte damit von 15,57 kg/hl im Jahr 2017 auf 14,63 kg/hl vermindert werden. Außerdem konnten wir alle Gesamtemissionen in Bezug auf die produzierte Menge senken. (siehe auch Tabelle OUTPUT)

Wir führen regelmäßig Messungen durch, die zeigen, dass wir die Grenzwerte einhalte (z.B. Grenzwert Formaldehyd 60 mg/m3, Messergebnis 2017: 11 mg/m3) und sind somit rechtskonform.


Sonstige Emissionen

Als Kältemittel wird im Maschinenhaus Ammoniak eingesetzt.


Abwasser

Im Berichtsjahr 2018 liefen 249.527 m3 (2017: 172.847 m³) Produktionsabwasser in die werkseigene Neutralisationsanlage. Der Ablauf der Neutralisationsanlage wird in die öffentliche Kanalisation der Stadt Donaueschingen abgeleitet. In der Neutralisationsanlage wird der pH-Wert des Abwassers mit Kohlendioxid und Natronlauge auf einen neutralen pH-Wert eingestellt.           
Mit unseren Einleitungswerten liegen wir innerhalb der Grenzwerte und halten diese ein.


Abfallwirtschaft und Nebenprodukte

Es ist ein gesetzeskonformes Sammelsystem aufgebaut und die Abfälle werden über zertifizierte Entsorger entsorgt. 2018 fielen insgesamt 721,0 t nicht gefährliche und 5,98 t gefährliche Abfälle an.

Bei den Mengen handelt es sich hauptsächlich um Altglas, Alt-Etiketten, Verpackungskartonagen sowie Kronkorken. Der Abtransport der Wertstoffe erfolgt ausschließlich durch zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe. Im Bereich der Kunststoffabfälle ist ein deutlicher Anstieg von 15,6 t im Jahr 2017 auf 63,7 t in 2018. Die Ursache dafür liegt in der Verschrottung der Qowaz-Kästen, welche alt sind und nicht mehr benötigt werden.  

Dazu kamen 2018 noch 7.722 t Treber. Der im Sudhaus anfallende Reststoff Biertreber wurde zu 100% als QS-zertifiziertes Viehfutter verwertet, wie auch die Überschusshefe. Das QS-System (Qualität- und Sicherheit) ist ein Bündnis für Lebensmittelsicherheit auf der Basis einer freiwilligen Selbstkontrolle. Sowohl Treber als auch Hefe sind hochwertige und reine Futtermittel, denn sie stammen aus dem Brauprozess, für den selbstverständlich das deutsche Reinheitsgebot gilt. Als Folge der freiwilligen Selbstkontrolle im QS-System werden Treber und Hefe regelmäßig von einem zugelassenen Institut gemäß definiertem Probennahme- und Prüfplan mit definierten Analysenparametern auf Schadstoffe untersucht und damit die Reinheit dieser Futtermittel amtlich nachgewiesen und dokumentiert.

Die Trennquote von 90% wird erreicht.


Äußerungen interessierter Parteien

Im Jahr 2018 wurden 3 Nachbarschaftsbeschwerden auf Grund von Licht und Lärm verzeichnet. Es wurden Vorkehrungen für den 3 Schicht-Betrieb getroffen, die zu einer Lärmminderung führen (kein Stapler-Verkehr nachts, Keine Altglas-Entsorgung nachts, etc.). Seit diesen Umbaumaßnahmen sind keine Beschwerden mehr aufgetreten.


Nutzung von Rohstoffen

Die wesentlichen Rohstoffe zur Herstellung von Bier sind Gersten- und Weizenmalz, Brauwasser und Hopfen. Die Fürstenberg Brauerei bezieht den Hopfen ausschließlich aus deutscher Provenienz. Die Regionalität ist damit sichergestellt.

Das Brauwasser wird aus den betriebseigenen Tiefbrunnen gewonnen.

Gersten- und Weizenmalz wird ausschließlich von Mälzereien aus Deutschland bezogen. Hier wird die Strategie verfolgt, langfristige Lieferverträge direkt mit dem Landhandel abzuschließen, um somit den Landwirten eine über Jahre verlässliche Abnahme von qualitativ hochwertigem Getreide zu garantieren. Über diesen Weg werden Getreideerzeuger wieder vom Anbau von Braugerste und Brauweizen überzeugt und nicht noch vermehrt in den finanziell ebenfalls lukrativen Energiepflanzenanbau investieren.


Nutzung von Reinigungsmitteln

Die Verwendung von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln ist in Brauereien unabdingbar um Rohrleitungen, Biertanks, Abfüllmaschinen sowie Mehrwegflaschen- und Fässer zu reinigen. Biere, die nach dem Reinheitsgebot hergestellt werden, dürfen keinerlei Konservierungsstoffe beinhalten. Somit müssen wir sicherstellen, dass auch keine bierschädlichen Keime auf dem Weg vom Sudhaus bis zur Abfüllung mit dem Getränk in Berührung kommen, welche auf dem Weg zum Verbraucher zu negativen Geschmacksveränderungen führen würden. Die Reinigungsmittel werden überwiegend von einem Lieferanten bezogen, welcher in kurzen Abständen die Funktion und die möglichst sparsame Verwendung der Mittel in der Brauerei sicherstellt. Die Analysen werden im Rahmen eines festgelegten Monitoringkonzeptes durchgeführt und Abweichungen durch geeignete Maßnahmen korrigiert. Reinigungsmittel sind in der Regel Gefahrstoffe. Der sichere Umgang mit diesen Stoffen wird durch die konsequente Aktualisierung von Sicherheitsdatenblättern, Betriebsanweisungen am Ort der Verwendung, Schulung der Mitarbeiter und die Lagerung der Stoffe nach den gesetzlichen Vorgaben gewährleistet.

Umweltprogramm und -ziele

Die Zielwerte in den Bereichen Strom, Wärme und Wasser konnten 2018 nur im Bereich Wäre erreicht werden. Diese Werte sollen auch in 2019 weiterhin verbessert und unter den Zielwerten bleiben.

 

Folgende Maßnahmen, die wir uns für das Jahr 2018 vorgenommen hatten, konnten entsprechend implementiert werden:

 

Folgende Maßnahmen aus dem letzten Jahr werden 2019 weiterverfolgt:

 

Folgende Maßnahme aus dem letzten Jahr wird nicht weiterverfolgt:

-

Für das Jahr 2019 haben wir weitere Maßnahmen geplant:

Impressum

Herausgeber:

Fürstlich Fürstenbergische Brauerei GmbH & Co. KG

Postplatz 1-4

78166 Donaueschingen

 

Verantwortlich (i.S.d.P.):

Herr Georg Schwende

Anhang I: Umrechnungsfaktoren

  1. AVV-Schlüssel 20 03 01, Umrechnungsfaktor: 0,13 t/m³ (Umrechnungsfaktoren, Bayerisches Landesamt für Statistik)